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Die Rigemann in Riga
Die Familie Rigemann taucht um die Mitte des 16. Jahrhunderts überraschend in Riga auf, vertreten durch die Brüder Palm der Vorsichtige /1./ und Joachim der Alte /2./, welche über erhebliche Mittel verfügt haben müssen. Der Ursprung der Familie liegt vielleicht in Rostock, wo es eine Familie dieses Namens im späten Mittelalter gab, aber das bedarf weiterer Nachprüfung und wird hier vorläufig nur als Hinweis auf künftige Forschungsmöglichkeiten gebracht; die lange vorher in Riga einzeln aufgetretenen Ryman und Rynman können wohl kaum zu den Rigemann gerechnet werden, auch nicht die Rickmann.
In Riga wurde bereits der Sohn des Palm, Heinrich Rigemann/ 1.1./, Ratsherr 1556, Landvogt 1563 und Bürgermeister 1570, und erhielt den Reichsadel 1568,XII.20, der dann Warschau 1596,IV.26 auf seine Brüder Palm /1.2./, Diedrich /1.3./ und Bernhard /1.7./ ausgedehnt wurde. Viele weitere Rigemanns bekleideten städtische Ehrenämter, waren Älteste oder Älterleute der Großen Gilde oder Schwarzen-Häupter und Ratsherren oder Bürgermeister der Stadt Riga.
Dem Rate der Stadt Riga gehörten an: 1658 Christoph, dann Bürgermeister /7./; 1683 Christoph, dann Oberamtsherr /7.4./; 1714 Christoph, dann Oberwettherr und Inspecteur der Landgüter; 1656 Conrad /1.1.5.4./; 1579 Diedrich, 1592 - 1594 Kämmerer /1.3./; 1597 Diedrich "der Jüngere" /1.3.4./; 1634 Gerhard, 1643 Oberamtsherr, 1647 Obervogt /1.3.4.1./; 1556 Heinrich, 1563 Landvogt, 1570 Bürgermeister /1.1./; 1602 Joachim, 1624 Landvogt /3.2.3./; 1666 Paul, 1682 Bürgermeister, mehrmals Burggraf /1.3.4.3.1./; 1698 Palm /1.3.4.3.1.1./, 1687 Ratssekretär und 1699 Gerichtsvogt, dann Syndikus und Kämmerer. Sie waren auch vielfach mit anderen ratsfähigen Familien verschwägert.
Generale, in russischen Diensten, wurden die Brüder Karl David 1692 /3.2.3.1.2.4./ und Christopher v. Rigemann nach 1716 / 3.2.3.1.2.5./.
Die Familie Rigemann starb nahezu vollständig während des Großen Nordischen Krieges aus, insbesondere während der Belagerung Rigas 1710, und dann in den folgenden Jahren. Ende des 18. Jahrhunderts wurde im Beisein des ganzen rigischen Rates ein Jude getauft und erhielt den Namen Rigemann. Damit war die Familie förmlich für erloschen erklärt worden.
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